Der Mieterbund Schleswig-Holstein warnt davor, dass auf die Steuerzahler hohe Kosten zukommen könnten, um die Renovierung zerfallender Gebäude in Schleswig-Holstein zu finanzieren.
Während des Verkaufs des kommunalen Wohnbestandes vor zehn Jahren wechselten zwischen 60.000 und 100.000 Mietwohnungen den Eigentümer. Jochen Kiersch vom Mieterbund Schleswig-Holstein schätzte gegenüber dem shz (Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag), dass rund 10.000 Wohnungen momentan in einem bedrohlichen Zustand seien. Davon betroffen seien vor allem die Wohnungen, die öfter den Besitzer gewechselt haben. Kiersch warnt des Weiteren davor, dass voraussichtlich die Steuerzahler für den Abriss und die Renovierung der zerfallenden Gebäude aufkommen müssen und rechnet bereits in diesem Jahr mit den ersten Fällen.
Das größte Problem stellt nach Ansicht Kierschs die Tatsache dar, dass die Bankrotteure der Gebäude sich meistens im Ausland aufhalten. Die versandte Post erweist sich oft als nutzlos, da diese als unzustellbar vermerkt zurückkommt. Zudem können juristische Forderungen selten geltend gemacht werden, weil oftmals kein Ansprechpartner vorhanden ist. Die Kaution der ausgezogenen ehemaligen Mieter kann ebenfalls selten zurückverlangt werden.
Kiersch fordert angesichts dieser katastrophalen Zustände ein Instrument, um die systematische Verwahrlosung in den Griff zu bekommen. Problematisch ist seiner Ansicht nach besonders das Interesse vieler Investoren an kurzfristiger Rendite und die mangelnde Bereitschaft, in die Renovierung der Gebäude zu investieren. Bisher jedoch fand die Forderung des Mieterbunds Schleswig-Holstein nach einem Wohnungsaufsichtsgesetz kein Gehör in der Politik. Auffällig ist zudem, dass rund die Hälfte der 600.000 Mietwohnungen in Schleswig-Holstein von internationalen Finanzinvestoren geleitet werden. Mit dieser Zahl befindet sich Schleswig-Holstein an der Spitze aller Bundesländer.
Nach Berichten des shz steht in den kommenden Tagen ein Verkauf von bundesweit 23.000 Wohnungen an. Darunter sollen sich einige Wohnungen im Hamburger Randgebiet befinden, in Lübeck sowie in Kiel-Mettenhof. Der Verkäufer ist demnach die britische Barcleysbank.
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